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2. Bericht 2009

In der zweiten Jahreshälfte lag unser Einsatz-Schwerpunkt in Italien. 

Angefangen hat alles mit einem Hilferuf aus dem ehemaligen Erdbebengebiet L´Aquila.

Marina, unsere italienische Tierschutz-Kollegin vor Ort, fasste es so zusammen: „Das Scheinwerferlicht ist ausgegangen, doch die Tragödie ist noch nicht zu Ende“:

Nach dem verheerenden Erdbeben am 6. April, das mehrere hundert Todesopfer forderte, waren nicht nur zehntausende Überlebende obdachlos, sondern auch deren Tiere. Die Zivilschutzbehörde konnte viele Menschen notdürftig in Zeltstätten unterbringen – deren Haustiere mussten aus „Hygienegründen“ draußen bleiben.

Die Folge war absehbar: Die verlassenen Tiere schlossen sich in Katzenkolonien und Hunderudeln zusammen. Tierhilfegruppen und Privatpersonen versorgen diese Tiere noch heute mit dem Nötigsten.

Unmittelbar vor dem G8-Gipfel im Juli war das Gebiet um L`Aquila nahezu hermetisch vom Militär abgeriegelt. Unsere Hilfsfahrt mit

1,3 Tonnen Futter endete bei Bologna. Die italienischen Tierfreunde nahmen unsere Hilfsgüter dort entgegen und übergaben sie dann dem Katastrophenschutz und den Rangern (Umwelt- und Tierschutzwärtern), die wiederum Zugang zum Erdbebengebiet hatten. Im örtlichen, total überfüllten Tierheim, wurden die Hilfsgüter dann zwischengelagert und eine funktionierende Verteilung organisiert und sichergestellt.

 

Die Ranger übernehmen die Ladung…

Die Ranger übernehmen die Ladung…

 

 

…die Tierschützer in L´Aquila kümmern sich um die Verteilung.

…die Tierschützer in L´Aquila kümmern sich um die Verteilung.

Anfang August schickten wir per Spedition noch einmal ca. 600 Kilo Futter und Transportboxen nach L´Aquila. 

Durch eine in Italien lebende deutsche Tierfreundin entstand der Kontakt zu Ornella und Maurizio, die in ihrer „Zuflucht“ bei Carisio in Norditalien ca. 80 Hunde betreuen. Etwa die Hälfte der Tiere ist aufgrund von Krankheit und Alter unvermittelbar. Der gelernten Krankenschwester Ornella liegen gerade diese Tiere besonders am Herzen.

Bei unserer Hilfsfahrt im September konnten wir uns vor Ort ein Bild der Probleme in ihrer ganzen Tragweite machen. Wie erdrückend die Not derzeit ist, ersieht man aus den behördlich angeordneten und unaufschiebbaren Baumaßnahmen die einen Etat von 25.000,-  € erfordern. Unsere Soforthilfe von 1.000,- € hilft und gibt den beiden Tierschützern neuen Mut!

Foto 3 TB 0209

Ornellas große Sorge, die direkt mit ihren Schützlingen zusammen hängt, ist der kommende Winter. Sie bat dringend um Hilfe bei der Verwirklichung ihres großen Wunsches, dass jeder Hund im Winter eine eigene Hundehütte hat. Zurück in München starteten wir dann die Aktion

„Hütten für Carisio“, vor allem über E-Mail-Verteiler.

Mit Hilfe Ihrer Unterstützung und großzügigen Spenden konnten wir dann Mitte November die Hundehütten in Carisio übergeben.

Im August besuchten wir wieder das Auffanglager der Marias bei Cartagena/Spanien. 

Foto 4 TB 0209

Während wir gerade dabei waren die mitgebrachten Hilfsgüter ins Gebäude zu tragen, wurde dieser beigefarbene Rüde über den mannshohen Zaun geworfen und ein Auto fuhr mit quietschenden Reifen davon. Von den Tierfreundinnen mussten wir erfahren, dass diese Art der „Entsorgung“ von Hunden seit Beginn der Sommerferien fast täglich der Fall war. 

Mit dem Schicksal von vier Katzenkindern wurden wir im Oktober auf Gran Canaria konfrontiert. Eine Freundin hatte sie vor dem Hausmeister in ihrer Wohnanlage gerettet, der sie im Auftrag der Hausverwaltung gerade vergiften wollte

– in Südeuropa eine gängige Praxis.

Foto 5 TB 0209

Da es für die ungeimpften Tiere nicht möglich war einen Platz in einer Katzenpension zu bekommen, mussten wir sie erst einmal bei unserer spanischen Tierärztin in einem Quarantäne-Käfig unterbringen bis der Impfschutz aufgebaut war. Mittlerweile (und über München mit Flugpaten eingeflogen) warten die Katzenkinder bei einer Tierhilfe-Gruppe aus Tirol auf ein liebevolles zu Hause. 

2009 haben wir ca. 12 Tonnen Futter, Medikamente und Hilfsmittel in bedürftige Tierschutz-Institutionen in Italien, Rumänien, Spanien (Festland), Gran Canaria und der Münchner Tiertafel gebracht.

Durch diese finanzielle Entlastung haben die ausländischen Tierschützer mehr finanzielle Mittel für ihr Hauptanliegen übrig – die Kastrations-Aktionen, die wir auch immer wieder direkt finanzieren. 

Unsere Tierschutz-Arbeit ist nur deshalb so erfolgreich weil Sie uns unterstützen.

Bitte tragen Sie gerade auch in diesen krisenreichen Zeiten weiterhin mit Ihren Spenden dazu bei.

Vielen Dank! 

München, November 2009

 

 

 

 

 

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